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LegalTech als Gefahr?

  • von Pauline Rath
  • 13 Mai, 2019

Die fortschreitende Digitalisierung macht sich auch im Bereich Jura, insbesondere mit dem Schlagwort „LegalTech“ bemerkbar. Während einige Leute in diesem Bereich großes Potential sehen und es bereits jetzt kaum abwarten können, neue Technologien zu entwickeln und zu nutzen, sehen andere in dieser Entwicklung große Gefahren.

 

Kostet Legal Tech Arbeitsplätze?

Insbesondere die Frage, ob die Entwicklung durch LegalTech Juristen Arbeitsplätze kosten wird, gibt vielen zu denken. Sicher schafft LegalTech neue Arbeitsbereiche, beispielsweise im Internet- und Datenschutzrecht. Aber es gibt genügend Juristen, denen dieses Thema nicht liegt und denen somit eventuell Arbeitsmöglichkeiten genommen werden. Diese Gefahr beginnt bereits damit, dass Unternehmen an Baukästen für Verträge arbeiten, sodass in Zukunft ein Anwalt nur noch über die Verträge verhandeln muss, aber keine Mitarbeiter mehr braucht, die ihn im Erstellen unterstützen. Diese automatisierten Baukästen gibt es bereits und keiner weiß, was die Zukunft noch bringt. Auch gibt es bereits Internetportale, an die sich insbesondere Verbraucher wenden können, wenn sie rechtliche Probleme haben, um dort eine günstige bis kostenlose Beratung zu bekommen. Ein Beispiel hierfür ist flightright.de. Auf dieser Seite können Fluggäste Entschädigungen für verspätete oder ausgefallene Flüge verlangen, ohne vorher einen Anwalt aufsuchen zu müssen und mit diesem einen Termin zu vereinbaren. So könnte es insbesondere bei kleinen Kanzleien dazu kommen, dass ihnen die Arbeit irgendwann durch Programme komplett abgenommen wird.

 

Digitalisierung ohne Ethik?

Des Weiteren sehen viele in LegalTech ein ethisches Problem. Momentan ist die Technik mit dem Thema künstliche Intelligenz noch nicht so weit, dass diese Maschinen komplette Entscheidungsprozesse durchführen können. Allerdings ist dies nach dem Wunsch vieler Informatiker nur noch eine Frage der Zeit. In solchen Fällen kommen dann ethische Komponenten ins Spiel. Wer kontrolliert die Entscheidungsprozesse der KI? Wen kann man bei Fehlentscheidungen zur Verantwortung ziehen? Die Angst vor einem „Außer Kontrolle geraten“ ist nicht unbegründet. Keiner kann jetzt vorhersehen, wie schnell und wie weit die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz geht. Es muss Personen geben, die diesen Entwicklungsprozess überwachen und auch später die Programme kontrollieren. Doch hier ist die Frage, ob Juristen überhaupt in der Lage sind, diese Aufgabe zu meistern, oder ob dies nur ein weiterer Berufsbereich für Informatiker und Mechaniker wird.

 

Fazit

Insgesamt kann die Digitalisierung unserer Welt nicht aufgehalten werden und LegalTech hat viele positive Seiten. Allerdings sollte man sich auch der Konsequenzen, die durch den Fortschritt entstehen werden, bewusst sein. Denn die möglichen Gefahren können nicht verleugnet werden. Man kann nicht erwarten, dass alle Berufsbereiche dem Fortschritt der Technik Platz machen, und eigene Berufsbilder aufgeben. Es muss für die Zukunft ein gesunder Mittelweg gefunden werden, damit alle an einem Strang ziehen und nach vorne blicken können.


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